6/1/12
Einmal im Jahr geschieht ein Wunder im Europäischen Nordmeer. Von Januar bis März
ist die norwegische Küste Schauplatz eines der großartigsten Naturschauspiele der
Welt. 
Von den riesigen nährstof-
Das
Ziel der meisten dieser Kabeljaus, die in Norwegen im laichreifen Zustand Skrei genannt
werden, ist das Gebiet um die beeindruckende und faszinierende Inselgruppe der Lofoten,
rund 400 km nördlich des Polarkreises. Bis zur Geschlechtsreife haben sie mindestens
fünf Jahre in der Barentssee verbracht. Der Skrei ist dann im besten Alter, energiegeladen,
fruchtbar und kräftig genug für die lange Wanderung vom Meer weit oben im Norden
bis an die norwegische Küste.
Der Skrei ist ein eigener Kabeljaustamm, der norwegisch-
Seit Urzeiten schon geht dieser Fisch von seinem natürlichen Instinkt getrieben einmal
im Jahr auf Wanderung. Natürlich zur Freude der hoch im Norden lebenden Menschen.
Der
Überlieferung nach waren es wahrscheinlich die norwegischen Wikinger, die im 10.
Jahrhundert als erste begannen, mit dem Skrei zu handeln. Die große Bedeutung und
Wertschätzung des Skreis zeigt sich Anfang der 12. Jahrhunderts, als König Øystein
I Magnusson jedem Fischer eine Steuer von fünf Skreien auferlegte! Eine Sage berichtet,
dass der König ihnen dafür in einem der alten Fischerdörfer auf den Lofoten eine
Kirche und Hütten bauen ließ.
Historiker haben außerdem ermittelt, dass der Skrei bereits im 12. Jahrhundert in getrockneter Form exportiert wurde. Viel spricht somit dafür, dass dieser Fisch der erste norwegische Exportartikel war.
Später entwickelte sich der Skreifang auf den Lofoten zur wichtigsten Saisonfischerei in Norwegen.
In jedem Winter versammeln sich tausende Fischer auf den Lofoten, um den Skrei zu fangen und so teilzuhaben am Überfluss der Natur.
Das alljährliche Einholen des Skreis hatte über Jahrhunderte hinweg bis heute eine
große kulturelle und wirtschaftliche Bedeutung. Die größte Bedeutung für die Beschäftigung
hatte der Skreifang Mitte des 19. Jahrhunderts. Zu dieser Zeit waren mehr als 30
000 Personen, das damals größte Arbeitskräfteaufgebot Norwegens, auf die eine oder
andere Weise mit der Fischerei auf den Lofoten beschäftigt.
Tausende Fischer kamen
aus dem Norden und Süden angereist, damals noch in Ruder-





